In Deutschland gibt es über eine Million Kinder und Jugendliche mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenstörung an unseren Schulen. Sie sind demnach mitten unter uns und leiden. In unserer Bildungsgesellschaft werden sie oft als dumm oder faul hingestellt. Viele Familien können die finanziellen Mittel für eine Therapie nicht aufbringen.

Die Motivation

Täglich erleben wir als Eltern, Lehrer und Therapeuten die Not, die sich durch den Schulalltag und durch das gesamte Leben „unserer“ Kinder zieht. 2013 entstand daher die Initiative zur Gründung eines Vereins, der helfen möchte, die Not von Kindern mit Lese-Rechtschreib- und/oder Rechenschwäche zu lindern und so auch deren Familien zu entlasten. Seit Februar 2014 ist der Chancenverband e.V. als gemeinnütziger Verein anerkannt und somit offiziell handlungsfähig.

Unter den derzeit aktiven Mitgliedern sind Therapeuten, Eltern und Lehrer. Denn noch immer sind Eltern und oft auch Lehrer ratlos, wie eine Legasthenie oder Dyskalkulie früh erkannt, von allen Beteiligten angemessen begleitet und gelindert werden kann.

Ob Grundschule oder weiterführende Schule – in jeder Klasse sitzen (statistisch gesehen) zwei bis drei Kinder oder Jugendliche mit Lese-Rechtschreib-Schwäche. Die Zahl der rechenschwachen Schüler ist ebenso hoch. Sie sind intelligent oder sogar überdurchschnittlich intelligent und können doch ihre Ressourcen oft nicht nutzen.

Die Geschichte von Max

Max – wir können das Kind auch Lisa nennen – ist 6 Jahre alt und freut sich auf die Schule. Im Kindergarten ist er eines von den ganz aufgeweckten Kindern. Erzieherinnen und Eltern sind sich einig: Schule wird für Max eine lockere Sache.

Dann kommt der erste Schultag und Max zieht stolz mit Schultüte in sein neues Leben ein. Nach fünf Monaten ist alles anders. Aus dem fröhlichen Max – oder der lustigen Lisa - ist ein zutiefst unsicheres Kind geworden, das ungern in die Schule geht. Die Hausaufgaben sind eine Qual, Mutter und Kind sitzen nachmittags nicht selten zwei Stunden daran. Das Lesen hat sich Max ganz, ganz anders vorgestellt: Wieso können denn die anderen Kinder die Buchstaben behalten und er nicht!

Bei Lisa sind es nicht die Buchstaben, sondern die Zahlen, die Alpträume bereiten, sie schlecht schlafen und morgens mit Bauchschmerzen in die Schule gehen lassen.

Grafik negativer Chancenkreis

Und so könnte die Geschichte weitergehen

Im 2. Schulhalbjahr bekommt Max eine neue Lehrerin. Sie hat einschlägige Fortbildungen besucht und erkennt schnell die Problematik. „Sie müssen Max einem Kinderpsychiater vorstellen“, sagt sie zu den Eltern. „Lassen Sie ihn auf Legasthenie untersuchen. Außerdem braucht Ihr Sohn eine außerschulische Therapie.“ Beides geschieht. Der Kinderarzt stellt eine Legasthenie fest und Max weiß nun, dass er nicht dumm und nicht faul ist, sondern ein Kind mit einer Lese- und Rechtschreibstörung. Einmal in der Woche besucht er eine LRS-Therapie. Schon bald sind die Buchstaben keine Feinde mehr, und Lesen und Schreiben verlieren ihren Schrecken. Max geht wieder gerne in die Schule.

Grafik positiver Chancenkreis

Die Ziele

Der Verein will dazu beitragen, das Thema Legasthenie und Dyskalkulie auf einen breiteren Sockel zu stellen.

Er will dem betroffenen Kind eine gute Chance geben für eine unbeschwerte Kindheit und einen ihm gemäßen Schulabschluss und ihm so ein erfolgreiches Berufsleben ermöglichen.

(Wussten Sie, dass die Zahl der Jugendkriminellen mit legasthenem Hintergrund überproportional hoch ist?)

Dafür bietet der Verein vielfache Hilfen an

  • Eine kostenfreie Beratung von Eltern, deren Kinder an Lese-Rechtschreib- und/oder Rechenschwäche leiden
    Hierzu finden monatliche Eltern- und Informationsabende statt.

  • Themenbezogene Vorträge auch für die Personen, die mit den Kindern arbeiten (Therapeuten, Lehrer, Logopäden, Ergotherapeuten)

  • Therapeutennetzwerke, um den betroffenen Kindern einen zeitnahen, wohnortgünstigen Therapieplatz zu vermitteln

  • Besonders am Herzen liegt uns die Finanzierung von Therapien für sozial benachteiligte Familien. Die Jugendämter übernehmen die Kosten nur in wenigen Fällen. Die Krankenkassen (fast) nie.


Für die Erfüllung dieser Ziele zum Wohle der betroffenen Kinder und Jugendlichen bitten wir Sie um tatkräftige Unterstützung und/oder finanzielle Zuwendungen in Form einer Mitgliedschaft oder durch Spenden.